Experten: Langes Leben mit Krebs ist möglich

Die Diagnose Krebs bedeutet nicht mehr den baldigen Tod. Neue Therapien verhelfen Patienten zu einem längeren Leben. Krebs wird zur chronischen Krankheit. Zwei Konzerne sind bei der Medikamentenentwicklung besonders weit.

Angelina Jolie hat das Thema Krebs mit ihrer öffentlich gemachten Brustamputation brachial ins Rampenlicht gebracht. Viele Menschen sind dadurch verunsichert worden. Doch die mediale Dauerpräsenz hat auch ihr Gutes: Die Debatte über die Krankheit, ihre Früherkennung und die Behandlungsmöglichkeiten bringt auch die Fortschritte ins Bewusstsein, die die Medizin in den vergangenen Jahren im Kampf gegen diese Geißel der Menschheit erzielt hat.

Und die sind zum Teil enorm. Während die Rate der an Krebs gestorbenen Menschen im vergangenen Jahrhundert ständig stieg, nimmt sie seit den 90er-Jahren immer weiter ab. Und die Zeit, die ein an Krebs Erkrankter noch hat, wird immer länger.

Chronische Krankheit Trotz dieser Erfolge ist Krebs in den Industriestaaten nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Jeder zweite Mensch in den OECD-Staaten bekommt irgendwann im Laufe seines Lebens Krebs. In Deutschland geht ein Viertel aller Todesfälle auf das Konto der verschiedenen Krebsleiden – vor allem von Brust- und Lungenkarzinomen. Doch ähnlich wie bei der Immunschwächekrankheit Aids erleben die Patienten viele Krebsarten heute nicht mehr als ihr baldiges Todesurteil, sondern als eine chronische Krankheit, mit der sie eventuell sogar Jahrzehnte leben können.

Statt einer aggressiven Chemotherapie, die dem Kranken auch viel Kraft raubt, arbeiten die Krebsspezialisten heute in der Regel mit kombinierten Therapieansätzen. Wenn die Effizienz einer Therapie oder eines Mittels nachlässt, lassen sich diese oft durch andere und anders wirkende ersetzen. Immer mehr greift hier der neue Ansatz einer personalisierten Medizin.

Dabei helfen Gentests den Ärzten, schon vorab festzustellen, ob ein Medikament speziell bei diesem Patienten überhaupt anschlagen wird. Die früheren Therapieversuche nach dem Versuch-Irrtum-Schema werden so weitgehend überflüssig. Dem Patienten ersparen die Mediziner damit im besten Fall schmerzhafte, aber dennoch erfolglose Behandlungen.

Neben der personalisierten Medizin, die auf maßgeschneiderte Medikamente setzt, erhoffen sich die Krebsexperten für die Zukunft am meisten von der so genannten Immuntherapie. Diese stand Anfang Juni im Mittelpunkt des weltweit wichtigsten Onkologentreffens, derjährlichen Asco-Konferenz in Chicago. Die Ergebnisse, die die führenden Krebsexperten und Pharma-Firmen dort vortrugen, waren so ermutigend, dass Asco-Präsidentin Sandra Swain, die auch dem Washington Cancer Institute vorsteht, erklärte: „Wir stehen an der Schwelle zu maßgeblichen Fortschritten in der Prävention, Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen.“

Konkret heißt das: Die Zahl der neu zugelassenen Medikamente nimmt seit zwei Jahren wieder zu. Allein in den USA werden 1000 neue Krebsmittel klinisch getestet – dreimal so viel wie noch zu Anfang dieses Jahrtausends. 14 neue Wirkstoffe wurden dort 2012 zur Behandlung zugelassen, während es im vergangenen Jahrzehnt oft nur ein paar waren. Auch in Deutschland hat Krebs Priorität, so der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa): Über ein Drittel aller Entwicklungsprojekte bezieht sich bei uns auf die Krebsforschung.

Die Pharmakonzerne strengen sich auch deshalb so an, weil sie dringend Innovationen brauchen. Denn ansonsten drohen sie, angesichts wegbrechender Umsätze bisheriger Blockbuster auf Grund von auslaufenden Patenten und Neuentwicklungen aus der Biotechszene den Anschluss zu verlieren. Wie wichtig der Onkologiebereich geworden ist, sieht man allein schon daran, dass sich die Umsätze mit Krebsmitteln in den vergangenen zehn Jahren von 20 auf 62 Milliarden Dollar verdreifacht haben und nach einigen Schätzungen in fünf Jahren sogar die 100-Milliarden-Dollar-Schwelle überschreiten könnten.

Künftige Standardtherapie

Die Immuntherapie könnte schon bald neben der operativen Entfernung sowie Strahlen- und Chemotherapie zur wesentlichen Behandlungsmethode bei Krebs werden, schätzt etwa Andrew S. Baum von Citi Research. Auch die Experten von Goldman Sachs glauben, dass die Immuntherapie „die aufregendste Entwicklung der Krebsforschung“ ist, die „zu einem Paradigmenwechsel führen“ und „zur dominierenden Story“ in der Behandlung werden wird. Baum hat in der Medizingeschichte gestöbert und festgestellt, dass die Anfänge der gegenwärtig modernsten Therapieform auf das Jahr 1850 zurückgehen. Damals beschrieben deutsche Ärzte das Phänomen, dass Tumoren nach einer Entzündung manchmal wieder schrumpften. Heute, 163 Jahre später, rechnet Baum damit, dass die Immuntherapie in zehn Jahren „das Therapierückgrat in bis zu 60 Prozent aller Krebsbehandlungen darstellen wird“. Zum Vergleich: Heute sind es erst drei Prozent.

 

Quelle: focus.de

Offener Brief ans RuW Team

Hallo starkes Team,

ein Jahr ist es jetzt schon her, dass wir im strömenden Regen „Rund um Weilerswist“ gewonnen haben und vermutlich hat jeder sein eigenes kleines Highlight von diesem Tag noch immer im Kopf. Mein persönliches Highlight war bereits vor dem Start der RTF. Ich sitze am Computer und beobachte das Regenradar, heftiger Regenfall innerhalb der nächsten Stunden, also genau zu der Zeit, in der wir auf die Strecke gehen. Aber anstatt Absagen zu bekommen, erreichen mich immer mehr Zusagen. Ich fahre also auf den Hof der Gesamtschule und da warten bereits 17 unerschrockene Männer und Frauen. Ich verstehe bis heute nicht, wie verrückt man sein muss, um bei dem Wetter zu starten, aber ich bin stolz, ein Teil dieser verrückten Truppe zu sein. Dass am Ende sogar noch der Sieg rausgekommen ist, macht es natürlich umso schöner und belohnt zumindest etwas die Strapazen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für eure Unterstützung.

In diesem Jahr sind wir also als Titelverteidiger am Start und ich hoffe, dass ihr wieder zahlreich an unserer Seite sein werdet und dabei mit feinstem Radfahrwetter belohnt werdet. Eine Verteidigung des Titels wäre eine feine Sache, aber viel wichtiger ist die Demonstration von Zusammenhalt für die gute Sache, getreu dem Motto „Niemand muss alleine fahren und niemand muss alleine gegen diese Krankheit kämpfen“.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine tolle RTF und ich freue mich darauf euch zu sehen,

Stephan