Ionenstrahlen gegen Krebs

München – Aus hauchdünnen, transparenten Kohlenstoff-Folien schlagen leistungsstarke Laser gepulste Ionenstrahlen heraus, die in einigen Jahren als preiswerte und schonende Alternative für die Tumortherapie dienen könnten.

Leistungsstarke Laser mit hohen Intensitäten und kurzen Pulsen können die Strukturen von komplexen Biomolekülen, von arthritisch veränderten Gelenken im Frühstadium und von winzigen Tumoren sichtbar machen. Diese Laser sollen auch zur Tumortherapie eingesetzt werden.

Zur Leistungssteigerung der Laser werden besonderen Verstärkertechniken benötigt, insbesondere spezielle Spiegel, die heute noch nicht auf dem Markt sind. Münchener Wissenschaftler stellen so genannte „Chirped Mirrors“ her, maßgeschneiderte Spiegel für jeden Wellenlängenbereich und jedes Problem.

Die modernen Laser in der Forschung sind stark genug, um Teilchen wie Ionen und Elektronen zu erzeugen und zu beschleunigen. Ein Münchener Team stellt hauchdünne Kohlenstofffolien her, in denen die Atome in einer diamantartigen Struktur vorliegen. Diese diamantähnlichen Kohlenstofffolien sind nur etwa 3 nm dick und stabil genug, um frei zu stehen. Wenn sie mit einem fokussierten Laserpuls bestrahlt werden, verhalten sie sich wie ein Lichtsegel. Die entstandenen Ionen können auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigt werden. Trifft ein starker gepulster Laserstrahl auf eine solche Folie, so trennt er die Atome in schnellere Elektronen und schwerere und damit langsamere Ionen. Die Teilchen werden durch den Lichtdruck vorangetrieben und ordnen sich von selbst in einzelnen Pulsen an.

Das Centre for Advanced Laser Applications (CALA) wird als Gemeinschaftseinrichtung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technische Universität München (TUM) auf dem Forschungscampus Garching bei München aufgebaut. CALA baut auf den Forschungsergebnissen des Exzellenzclusters „Munich-Centre for Advanced Photonics“ (MAP) auf, wird aber die laserbasierten brillanten Quellen für Röntgen- und Teilchenstrahlen weiterentwickeln und deren Möglichkeiten für die Biomedizin erforschen. Im Vordergrund steht die biomedizinische Bildgebung mit Röntgenstrahlen zur Krebs-Früherkennung und, darauf abgestimmt, die lokale Tumortherapie mit lasererzeugten Protonen- und Kohlenstoffionenstrahlen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die ultraschnelle Strahlenbiologie mit dem Ziel, die primären Prozesse bei der Therapie mit Ionenstrahlen besser zu verstehen und zu optimieren.

Quelle: Presseinformation des Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP), München, 13. Mai 2011

Abgerufen bei: DAZ-Online 

Kaffee kann vor Prostatakrebs schützen

Wer viel Kaffee trinkt, kann sein Prostatakrebs-Risiko offenbar stark senken – das ergab eine Langzeitstudie mit fast 50.000 Männern. Die genaue Ursache des Effekts ist allerdings rätselhaft. Koffein kann es jedenfalls nicht sein.

Meldungen über Lebensmittel, die dieses oder jenes Krankheitsrisiko senken, gibt es nahezu täglich. Selten aber tritt in einer Studie mit einer so großen Teilnehmerzahl ein Effekt so deutlich wie in diesem Fall: US-Mediziner berichten, dass schon eine Tasse Kaffee pro Tag das Prostatakrebsrisiko erheblich senken kann.

Das Team um Lorelei Mucci von der renommierten Harvard School of Public Health in Boston hat die Daten von 47.911 Männern ausgewertet, die zwischen 1986 und 2008 alle vier Jahre unter anderem zu ihrem Kaffeekonsum befragt worden waren. Im Untersuchungszeitraum erkrankten 5035 Probanden an Prostatakrebs, in 642 Fällen hatten sich Metastasen gebildet.

Wer mindestens sechs Tassen Kaffee pro Tag trank, hatte ein im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern um fast 20 Prozent geringeres Risiko, an irgendeiner Form von Prostatakrebs zu erkranken. Da diese Krebsart weit verbreitet und nicht allzu oft tödlich ist, dürfte eine beobachtete Wirkung besonders interessant sein: Die Wahrscheinlichkeit für einen aggressiven Prostatakrebs mit gefährlichen Metastasen sank in der Kaffeetrinker-Gruppe sogar um bis zu 60 Prozent. Wer nur eine bis drei Tassen täglich trank, hatte immer noch ein 30 Prozent geringeres Risiko für einen tödlich verlaufenden Krebstyp, schreiben die Wissenschaftler im „Journal of the National Cancer Institute“ .

Koffeinfreier Kaffee wirkt genauso gut

Offen ist jedoch die genaue Ursache des Effekts. Auf Koffein kann er jedenfalls nicht zurückgeführt werden: Der Konsum von koffeinfreiem Kaffee habe den gleichen Effekt gehabt, erklären die Mediziner. Zwar gabe es unter den Kaffeetrinkern gab es überproportional viele Raucher, die noch dazu im Durchschnitt weniger körperlich aktiv waren als die Vergleichspersonen – Angewohnheiten, die das Krebsrisiko eigentlich erhöhen.

Diese und viele weitere mögliche Einflussfaktoren habe man bei der statistischen Auswertung aber bereits berücksichtigt. „Es ist schwer vorstellbar, dass dabei etwas übrig geblieben ist, was diesen Effekt ausgelöst haben könnte“, erklärte Mucci gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Ergebnisse müssten nun durch weitere Großstudien überprüft werden. Inzwischen wollen die Forscher herausfinden, welche Wirkstoffe auf welche Weise das Wachstum von aggressiven Prostatatumoren hemmen könnten.

Unsere Studie ist die bisher größte, die untersucht, ob Kaffee das Risiko von tödlich verlaufendem Prostatakrebs verringern könnte“, sagt Mucci. Während einige Formen dieses Krebses örtlich begrenzt bleiben, breiten sich aggressive Prostatakrebstypen auf andere Körperteile aus und führen schließlich zum Tod. Welche Faktoren das Tumorwachstum beeinflussen, sei noch weitgehend ungeklärt, sagt Kathryn Wilson, Erstautorin der Studie. Kaffee enthält eine Vielzahl von Verbindungen, die als Antioxidantien wirken, Entzündungen hemmen oder die Insulinwirkung regulieren. All diese Effekte könnten an der Krebshemmung beteiligt sein.

Quelle: Spiegel-Online 

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Selen schützt nun doch nicht vor Krebs

Wer sein Krebsrisiko senken will, sollte vorbeugend Selen nehmen – heißt es. Forscher haben sich durch 55 Studien gewühlt und können den Tipp nicht belegen.

Die Einnahme von Selenpräparaten senkt das Krebsrisiko nicht. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam, das die Ergebnisse von 55 bereits veröffentlichten Studien zusammenfassend bewertet hat.

Aus einigen Untersuchungen hatten sich Hinweise darauf ergeben, dass Menschen, die das Spurenelement Selen in zu geringen Mengen mit der Nahrung aufnehmen, mit größerer Wahrscheinlichkeit an Krebs erkranken. Dass aber Selenmangel die Krankheit verursacht, lässt sich durch die dazu bisher durchgeführten Studien nicht belegen, schreiben die Wissenschaftler in der „Cochrane Database of Systematic Reviews“.

„Wir konnten keinen Grund finden, der es rechtfertigen würde, die regelmäßige Einnahme von selenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln als Krebsvorsorge zu empfehlen“, sagt Gabriele Dennert vom Institut für transdisziplinäre Gesundheitsforschung, die Koordinatorin der Metastudie. Diese Aussage gelte unabhängig davon, ob eine ausreichende Selenversorgung durch die Nahrung gewährleistet ist oder nicht.

Die Auswertung der Beobachtungsstudien, bei denen Teilnehmer befragt und die Selenaufnahme aufgrund ihrer Ernährung abgeschätzt wurde, ergab zwar einen geringen Schutzeffekt bei erhöhten Selenwerten. Dieser war bei Männern etwas stärker ausgeprägt als bei Frauen. Aber die Aussagekraft dieser Untersuchungen sei sehr begrenzt, da sich die Ergebnisse der stark unterschiedlich konzipierten Einzelstudien nur schwer zusammenfassend bewerten ließen, sagt Dennert.

Die kontrollierten Studien, bei denen zufällig ausgewählte Teilnehmer Selenpräparate oder Placebos einnahmen, lieferten ein eindeutiges Resultat: Es gibt keinen Nachweis dafür, dass Selen das Krebsrisiko senkt. Aus zwei dieser Studien ging sogar hervor, dass eine langfristige Einnahme der Präparate schädlich sein könnte.

Selen ist ein wichtiger Bestandteil mehrerer Proteine und wirkt dadurch indirekt als Antioxidans. In Laborexperimenten und Tierversuchen zeigten Selenpräparate eine krebshemmende Wirkung. Wie viel des Mineralstoffs über Nahrungsmittel aufgenommen wird, hängt ab vom Selengehalt der landwirtschaftlich genutzten Böden einer geografischen Region.

Quelle: Welt-Online 

Krebs nachahmen, Krebs besiegen

Der Marburger Mediziner Professor Dr. Thomas Gress koordiniert einen europäischen Forschungsverbund, der die Mikro-Umgebung von Tumoren der Bauchspeicheldrüse erforschen soll, um dadurch die Therapiemöglichkeiten des Pankreaskarzinoms zu verbessern. Das Konsortium umfasst 15 Partner aus fünf europäischen Ländern. Die Europäische Union fördert das Gesamtvorhaben mit drei Millionen Euro.

„Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Tumorformen“, erläutert Projektkoordinator Gress: Nur fünf Prozent der Betroffenen überleben die Krankheit fünf Jahre lang; verantwortlich für die schlechte Prognose sind eine zu späte Diagnosestellung und die Unwirksamkeit aller derzeit verfügbaren medikamentösen Therapien. Das neue Forschungsvorhaben zielt darauf, die Überlebenschance der Betroffenen zu verbessern, indem es untersucht, welchen Einfluss die Mikro-Umgebung des Tumors auf dieses Therapieversagen hat. Zur Mikro-Umgebung zählt alles, was sich um die Tumorzelle herum befindet, zum Beispiel Entzündungszellen, Bindegewebe und Bindegewebszellen. 

Zu diesem Zweck sollen genetisch modifizierte Mäuse als Modell verwendet werden, die das Krankheitsbild des Menschen so genau wie möglich widerspiegeln und es erlauben, den molekularen Mechanismus aufzuklären, der für die Entstehung der Therapieresistenz verantwortlich ist. “Wir werden insbesondere die komplexen Beziehungen zwischen Krebszellen und deren Mikro-Umgebung untersuchen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Entstehung der Therapieresistenz eine entscheidende Rolle spielen“, führt Gress aus. Die Wissenschaftler versprechen sich hiervon, neue molekulare Zielstrukturen zu identifizieren, auf die sich die Entwicklung von Medikamenten richten kann; letztlich erwarten sie, dass die derzeitige Therapieresistenz des Pankreaskarzinoms überwunden werden kann. 

Das Konsortium führt das Know-how der Experten aus allen erforderlichen Bereichen zusammen: von medizinischen Onkologen über Gruppen der Grundlagenforschung bis zu Partnern aus der pharmazeutischen Industrie, die auf Medikamentenentwicklung spezialisiert sind. Die Marburger Arbeitsgruppe koordiniert das Gesamtprojekt und untersucht, welche Funktion entzündlicher Zellen in der Mikro-Umgebung dazu beiträgt, dass es zu einer Therapieresistenz kommt. Das Budget für dieses Teilprojekt liegt bei 400.000 Euro.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft