Das Leid der Suche nach guten Informationen

Heute gibt’s mal einen Bericht aus eigener Erfahrung, zwar nicht speziell zum Thema Krebs, aber über andere medizinische Themen. Wenn man eine Diagnose bekommt, hat man in der Regel nur wenig Wissen über das Diagnostizierte. Die Ärzte erklären einem zwar, was das zu bedeuten hat, und wie es weiter geht, aber sehr viele sind damit überfordert und brauchen erst einmal Ruhe.

In diesem Prozess denkt man dann an andere Menschen, bei denen man schon einmal von dieser Diagnose gehört hat, das ist jedoch oftmals schlecht, natürlich können Krankheiten einen gleichen Verlauf nehmen, aber das muss nicht sein. Sehr viele Krankheiten wirken bei jedem Menschen anders, Komplikationen bei dem einen bedeuten nicht, dass man sie selber auch haben wird.

Es sind sehr oft ältere Menschen, welche von Prominenten auf die eigene Situation schließen, was meiner Meinung nach noch schlechter ist, als von Menschen aus seinem Umfeld auf sich zu schließen. Dabei meine ich nicht die vermutlich bessere Versorgung, sondern dass in den Medien die tatsächliche Situation nicht immer richtig wiedergegeben wird. Da wird eine Erkrankung schon einmal aufgebauscht, oder wenn es zu Komplikationen kommt, wird auch gerne verallgemeinert, dass man die Krankheit medizinisch noch nicht im Griff habe. Warum ältere Menschen sich davon stärker beeinflussen lassen? Sie vertrauen den Medien stärker, als es die jüngere Generation tut, zumal sie oftmals nicht über einen Internetanschluss verfügen, um sich dort weiter zu informieren. Aber auch im Internet lauert eine Vielzahl unzuverlässiger Informationsquellen.

Die Berichte auf unserer Seite werden mit höchster Sorgfalt ausgesucht, die Erfahrung zeigt, dass Seiten, welche mit Fremdwerbung überladen sind, als zuverlässige Quellen oftmals nicht in Frage kommen. Als Tipp, Seiten von Krankenhäusern, Forschungszentren, Bundesministerien oder Stiftungen sind in der Regel vertrauenswürdig, ebenso sind die Berichte bei Wikipedia, zumindest als Grundlage, hilfreich.

Das Beste ist aber immer noch, dass man sich, wenn man zur Ruhe gekommen ist, und Fragen, Bedenken oder sonst etwas hat, an seinen Arzt wendet (egal ob Hausarzt oder Facharzt). Davor braucht man keine Angst zu haben, ein Arzt ist da, um einem zu helfen, er ist Experte. Zu diesem Thema, wie man am besten mit seinem Arzt spricht, werden wir bis zum Sommer Teile des LIVESTRONG Guidebooks auf unserer Seite veröffentlichen.

Hautkrebs lässt sich mit Licht heilen

Modifizierte Antikörper, an die lichtempfindliche Moleküle gekoppelt wurden, zerstören die Blutgefäße des Tumors

Zürich/Wien – Bestimmte Arten von Krebs können durch eine gezielte fotodynamische Therapie komplett zum Verschwinden gebracht werden, wie britische und Schweizer Forscher in einer aktuellen Studie nachweisen konnten. Die neuartige Behandlungsmethode, die Wissenschafter der ETH Zürich und der University of Hull gegen Hautkrebs entwickelt haben, beruht auf lichtempfindlichen Molekülen, die an Antikörper gekoppelt sind.

Diese Antikörper erkennen spezifisch Tumorblutgefäße und lagern sich an diese an. Werden die Moleküle mit Licht angeregt, entsteht aus ihnen ein reaktives Sauerstoffradikal. Radikale sind bekannt dafür, dass sie Zellen irreparable Schäden zufügen. Die chemisch modifizierten Antikörper zerstören in der Folge die Blutgefäße des Tumors und schneiden ihm so die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff ab. Dadurch verhungern die Krebszellen in großer Zahl und die Tumore verschwinden. Zudem unterdrückt die Behandlung mit lichtempfindlichen Molekülen das neuerliche Tumorwachstum in den folgenden 100 Tagen nach der Therapie.

Unterstützung durch das körpereigene Immunsystem

Allerdings braucht es die Mithilfe des körpereigenen Immunsystems: Der Tumor starb nur dann ab, wenn natürliche Killerzellen als wichtiger Bestandteil des Immunsystems vorhanden waren. Blockierten die Forschenden deren Produktion im Körper, verschwand der Tumor nicht vollständig, sondern schrumpfte nur. Die Wissenschafter wollen deshalb klären, welche Rolle das Immunsystem bei diesen Vorgängen spielt.

Der Ansatz, die Blutzufuhr des Krebses zu unterbinden, ist nicht neu. Entsprechende Medikamente sind bereits zugelassen und werden in der Klinik angewendet. Indem aber lichtempfindliche Moleküle mit dem Antikörper als Lokomotive gezielt zum Tumor transportiert werden, kann eine Krebsbehandlung effektiver und mit geringerer Medikamentendosis durchgeführt werden, erläuterte die ETH.

Das verbessert die Heilungschancen und reduziert potenzielle Nebenwirkungen. Die neue Therapieform könnte möglicherweise invasivere Behandlungen, wie Bestrahlung oder chirurgische Eingriffe, ersetzen, hoffen die Forscher. Die neuen Moleküle dürften für Patienten allerdings noch länger nicht verfügbar sein, da sie bisher erst an Mäusen getestet wurden. Dennoch sind die Forscher vom Potenzial der Methode zur Behandlung der häufigsten Formen von Hautkrebs überzeugt. (red/APA)

Quelle: derStandard.at

25-jähriges Jubiläum des Krebsinformationsdienstes

Vor 25 Jahren ging im Deutschen Krebsforschungszentrum der Krebsinformationsdienst KID an den Start. Patienten, Angehörige und andere Interessierte können sich hier zu allen Aspekten des Themas Krebs informieren – kostenlos, unabhängig, wissenschaftlich fundiert und aktuell. Heute ist der KID für viele Menschen mit Fragen zu Krebs Wegweiser im Informationsdschungel. Er hilft, Informationen zu bewerten und sie für die eigene, individuelle Situation einzuordnen, am Telefon, per E-Mail und im Internet.

Was 1986 mit wenigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen als reiner Telefondienst begann, hat sich längst zu einem multimedialen Informationsservice weiterentwickelt, der sich an unterschiedlichste Zielgruppen richtet. Bereits 1999 ergänzte KID sein Angebot durch einen umfassenden Internet-Auftritt. Seit 2001 können Anfragen auch per E-Mail geschickt werden. Seit dem Jahr 2006 schließlich gilt: Krebsinformation hat eine Nummer: Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 420 30 40 ist der Dienst seither an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

„Die Gründung des KID war eine geniale Idee, die in Deutschland ihrer Zeit voraus war“, würdigt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums, die Pionierarbeit der Initiatoren des Dienstes: Hilke Stamatiadis-Smidt, damals Pressesprecherin des DKFZ, die Psychologin Dr. Almuth Sellschopp sowie Prof. Dr. Harald zur Hausen, der damalige Vorstandsvorsitzende des Hauses.

32.774 Anfragen habe das KID-Team im vergangenen Jahr individuell beantwortet, berichtet Dr. Regine Hagmann, die kommissarische Leiterin des Krebsinformationsdienstes, außerdem gab es über 70 Millionen Zugriffe auf die Internetseiten des KID. Das veranschaulicht den enormen Bedarf an hochwertiger und unabhängiger Krebsinformation in Deutschland. Dabei habe sich die Art der Fragen über die Jahrzehnte verändert, so Hagmann: „Am Anfang stand bei den KID-Nutzern die Suche nach einer ersten Information im Vordergrund. Heute helfen wir ihnen oft dabei, ihre umfangreiche Vorinformation und deren Wertigkeit und Qualität zu beurteilen und für die individuelle Situation einzuordnen. Der Wunsch nach einem vertrauensvollen Gespräch steht jedoch nach wie vor im Vordergrund, auch wenn immer mehr Menschen unsere Internetseiten nutzen, um sich über Krebs zu informieren.“

Bis 2009 finanzierten das Bundesgesundheitsministerium und das Sozialministerium Baden-Württemberg den Krebsinformationsdienst als befristetes Projekt. Seitdem wird der Dienst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) institutionell gefördert und zum Nationalen Referenzzentrum für Krebsinformation ausgebaut. „Dank der langfristig gesicherten Finanzierung ist der KID heute immer erreichbar. Früher passierte es Anrufern häufig, dass sie über das Besetztzeichen nicht hinauskamen. Heute können wir ausreichend offene Leitungen anbieten, um die Nachfrage zu bedienen“, freut sich Regine Hagmann. 2010 richtete der Krebsinformationsdienst außerdem eine mit derzeit fünf Ärztinnen besetzte Außenstelle am Universitäts KrebsCentrum Dresden ein, um das Angebot zu erweitern.

Als Nationales Referenzzentrum für Krebsinformation setzt der KID noch stärker als früher auf internationale Vernetzung mit vergleichbaren Informationsdiensten anderer Länder. Auch im nationalen Bereich pflegt der Dienst enge Kontakte, z.B. mit der Deutschen Krebshilfe, der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) und mit Organisationen der Krebs-Selbsthilfe.

Das KID-Team ist längst schon dabei, weitere Pläne umzusetzen: Ein eigenes Informationsangebot für medizinische Fachkreise ist in Vorbereitung. Außerdem entwickeln die Mitarbeiterinnen Informationsformen in einfacher Sprache, die auf die Bedürfnisse von Menschen zugeschnitten sind, die bislang aufgrund ihrer Lebens- und Bildungssituation nur unzureichenden Zugang zu Krebsinformation haben.

Otmar Wiestler erwartet in Zukunft eine weiter steigende Bedeutung für den Krebsinformationsdienst: „Die Fortschritte in Forschung und Medizin machen Krebs zunehmend zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung. Das bedeutet, dass Patienten über einen langen Zeitraum hinweg einen hohen Bedarf an unabhängiger Information nach bester verfügbarer Evidenz haben. Der KID, angesiedelt am Deutschen Krebsforschungszentrum mit seinem exzellenten Forschungshintergrund, ist für diese Menschen ein idealer Begleiter.“

Krebsinformation hat eine Nummer: 0800 420 30 40
Krebsinformation per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
Krebsinformation im Internet: www.krebsinformationsdienst.de

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Ansätze, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Daneben klären die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Quelle: DKFZ.de

 

Besucht die Seite des DKFZ, zum 25 Jährigen Jubiläum werden viele Interessante Fakten und Geschichten veröffentlicht. 

Nehmen Sie die Vorsorge wahr

Um die Menschen aufzuklären und für Vorbeugung und Früherkennung zu sensibilisieren, hatten Krebshilfe, Kreissparkasse Köln und Kölnische Rundschau am Dienstagabend zum „Zweiten Kölner Krebsforum“ in den Gürzenich geladen.

KÖLN. Den Schrecken der niederschmetternden Diagnose brachte Alexander Wüerst klar auf den Punkt: „Krebs ist bar jeder Vernunft, er kommt, wann er will und trifft, wen er will“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln vor knapp 200 Rundschau-Lesern und bekräftigte: „Information tut Not.“ Um die Menschen aufzuklären und für Vorbeugung und Früherkennung zu sensibilisieren, hatten Krebshilfe, Kreissparkasse Köln und Kölnische Rundschau am Dienstagabend zum „Zweiten Kölner Krebsforum“ in den Gürzenich geladen.

Ein großer Teil unserer Mitmenschen werde einmal im Leben mit der Diagnose Krebs konfrontiert, rief Rundschau-Herausgeber Helmut Heinen den Zuschauern bei der Begrüßung ins Gedächtnis und betonte die Zahl der Neuerkrankungen mit jährlich rund 450 000. Deshalb sei „disziplinübergreifendes Arbeiten an diesem Thema das Gebot der Stunde“, erklärte Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe e. V., und lobte den Expertenkreis aus „hochkarätigen Medizinern“, die der Einladung des Krebsforums gefolgt waren.

Ärzte verschiedener Fachrichtungen standen Cordula von Wysocki von der Rundschau-Chefredaktion, die durch den Abend führte, Rede und Antwort. „Ist die Diagnose Krebs ein unabwendbares Schicksal, oder kann ich mich schützen?“, fragte sie die Mediziner zu Beginn.

Mit einer bemerkenswerten Zahl betonte Professor Dr. Tobias Goeser, Direktor der Kölner Uniklinik für Gastroenterologie und Hepatologie, die Bedeutung der frühzeitigen Untersuchungen: „90 Prozent der Darmkrebserkrankungen könnten durch Vorsorge verhindert werden.“ Statistisch gesehen stehe der Dickdarmkrebs mit jährlich 73 000 Erkrankungen und 27 000 Todesfällen an erster Stelle, erklärte Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses Krebs-Früherkennung der Deutschen Krebshilfe. Während Frauen am häufigsten an Brustkrebs und Männer an Prostatakrebs erkrankten, stehe bei beiden Geschlechtern Darmkrebs an zweiter, Lungenkrebs an dritter Stelle.

Der Mediziner betonte, dass Krebs nicht nur ältere Menschen betreffe. „Es ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern.“ Trotz steigender Krankheitszahlen sei die Zahl der Todesfälle dank verbesserter Diagnostik rückläufig.

Zum Thema Brustkrebs richtete Radiologe Dr. Johann Josef Jennissen, Ärztlicher Leiter sowohl des CDT-Strahleninstituts als auch der Mammographie-Screening-Einheit Köln-Linksrheinisch, einen deutlichen Appell an Frauen über 50 Jahre: „Bitte nehmen Sie das Screening in Anspruch, es lohnt sich.“ Die Gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Leistung ab dem 50. Lebensjahr. Auch Hilde Schulte, Ehrenvorsitzende der Bonner Frauenselbsthilfe nach Krebs, weiß aus eigener Erfahrung, dass fortschreitendes Alter Hauptrisiko für Brustkrebs bedeutet. Sie rät, immer eine zweite Meinung einzuholen und von Ärzten angebotene „IGeL“-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) genau zu prüfen und zu hinterfragen.

Im Gegensatz zu Frauen gehen Männer erst dann zum Arzt, wenn sie Beschwerden haben, beklagte der Urologe Dr. Rudolf Stratmeyer von der Facharztklinik Links vom Rhein. „Wir sehen die Männer viel zu spät.“ Er betonte, dass die zusätzliche Bestimmung des „PSA-Wertes“ (von der Prostata gebildete Eiweißkörper im Blut) viel effektiver sei als nur die Tastuntersuchung. Der PSA-Test koste 24 Euro und werde leider nicht von den Kassen bezahlt. Er rät, zwischen 40 und 45 Jahren den ersten Wert bestimmen zu lassen und erinnerte: „Prostatakrebs befällt auch Jüngere.“

An die zunehmenden Fälle von Hautkrebs erinnerte Dermatologe Dr. Klaus Enderer. Ab dem 35. Lebensjahr bezahlen die Kassen das Screening. Er rät dringend, Sonnenbäder zu meiden und besonders Kinder und Jugendliche vor den Strahlen zu schützen. Weiterhin rieten die Experten, das Rauchen aufzugeben, Alkohol nur in Maßen zu genießen und auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit genügend Ballaststoffen aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu achten. Zudem reduziere der Verzehr von Tomaten das Darmkrebsrisiko, erklärte Goeser. Jeder zweite Krebs-Todesfall könnte durch gesunde Lebensweise und Früherkennung verhindert werden, betonte Hansen.

Anschließend stellte sich die Expertenrunde den zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Viele Leser berichteten offen von ihrer eigenen Krebserkrankung oder dem Schicksal Verwandter und Freunde, einige betonten die Notwendigkeit der Früherkennung.

„Ich bin vor drei Jahren wegen Prostata-Krebs operiert worden“, erklärte ein Leser. „Wann sollte mein Sohn seinen Wert bestimmen lassen?“ Pauschal könne man das nicht beantworten, sagte Stratmeyer, aber mit 35 könne der Basis-PSA-Wert bei erblicher Vorbelastung bestimmt werden. Ein Zuhörer hat vor 20 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und wollte wissen, ob die Lunge irgendwann „verzeihen“ würde. „Das Risiko sinkt“, erklärte Goeser, aber auf das Niveau eines Nichtrauchers käme ein ehemaliger Raucher nie.

Für Leser, die in der Fragerunde nicht zu Wort gekommen waren, bot sich anschließend bei einem kleinen Empfang im Foyer noch die Möglichkeit, mit den Medizinern zu sprechen.

Quelle: Kölnische Rundschau 

Bessere Heilungschancen für Kinder mit Krebs

Die Wahrscheinlichkeit, eine Krebserkrankung zu überleben, hat sich insbesondere für junge Menschen im letzten Jahrzehnt deutlich erhöht. Starben nach Angaben der Techniker Krankenkasse etwa in Baden-Württemberg im Jahr 2001 noch 50 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren an Krebs, so ist diese Zahl bis 2009 auf 29 gefallen. Neue Behandlungsmöglichkeiten haben vor allem bei Leukämie, der in dieser Altersgruppe häufigsten Krebsart, zu großen Erfolgen geführt. Aber auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems im Gehirn oder Rückenmark können deutlich besser therapiert werden.

Quelle: Welt-Online

Der Winterpokal 10/11 ist vorbei

Am vergangenen Sonntag ist der Rennrad-News.de Winterpokal 2010/2011 zu Ende gegangen. Gestartet wurde er am Montag den 01.11.2010.

Unser Ziel, unter die Top 50 zu kommen, war nach dem Ausfall eines Fahrers in Team 1 nicht mehr zu erreichen. Team 1 liegt am Ende mit 3378 Punkten auf dem 73. Rang. Team 2 mit 1564 Punkten auf Platz 293 und Team 3, nach einigen Ausfällen, auf Platz 362 mit 971 Punkten.

Stephan und Florian lieferten sich in den letzten Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches Stephan knapp (mit 6 Punkten Vorsprung) für sich entscheiden konnte.

Wir hoffen, dass wir mit unserer Präsenz im Winterpokal einige Menschen erreichen konnten, sodass diese sich über das Thema Krebs informiert haben. „Sobald nur einer sich durch unsere Präsenz informiert hat, haben wir einen Erfolg zu verbuchen“, sagt Stephan.

Für das nächste Jahr planen wir erst einmal, nur mit zwei Teams zu starten, dafür aber nur mit uns bekannten Fahrern. Wenn sich genug Mitstreiter finden, werden wir natürlich wieder mit drei Teams starten.

Salmonellen können Krebs bekämpfen

Sie sind als Übeltäter bei schweren Lebensmittelvergiftungen bekannt: Salmonellen. Doch die fiesen Bakterien greifen auch Tumore an.

Es klingt zunächst unglaublich: Mit Salmonellen den Krebs bekämpfen. Die gefährlichen Bakterien, die beispielsweise schwere Lebensmittelinfektionen auslösen können, sind tatsächlich die Basis einer neuen Krebstherapie. Ein Forscherteam am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig arbeitet daran.

Die Forscher setzen allerdings genetisch veränderte, sozusagen entgiftete Salmonellenstämme ein. Die haben auch nützliche Eigenschaften zur Bekämpfung von Krankheiten.

“Seit 150 Jahren ist bekannt, dass Bakterien Tumorzellen zerstören können“, berichtet Siegfried Weiß, der am HZI die Arbeitsgruppe Molekulare Immunologie leitet. Doch hätten es Forscher bisher nie geschafft, beim Einsatz gegen Krebs von Bakterien die Infektionsgefahr in den Griff zu bekommen.

Das sei mit den Methoden der Molekular- und Infektionsbiologie besonders bei Salmonellen möglich. Heute könnten Bakterien entsprechend genetisch verändert werden.

Ein achtköpfiges Forscherteam am HZI arbeitet seit sechs Jahren an dem Projekt, hat erste Erfolge erreicht und ist laut Weiß weltweit mit führend in diesem Bereich. Die Forscher nutzen bisher das Bakterium Salmonella typhimurium und konzentrieren sich auf den Darmkrebs.

Salmonellen leben in sauerstoffarmen und -reichen Gewebe und können sich daher auch in Tumorbereichen ansiedeln, die schlecht durchblutet sind. Wenn sie intravenös übers Blut in den Körper gebracht würden, lösten sie im Immunsystem bestimmte Botenstoffe aus, sagte Weiß.

Die bewirkten, dass die Blutgefäße durchlässig werden. In kurzer Zeit ströme somit Blut zusammen mit Salmonellen ins Tumorgewebe ein. Die Salmonellen könnten dann damit beginnen, den Tumor zu zerstören. In Laborversuchen mit Mäusen sei das schon vielfach gelungen, berichtet Weiß.

Derzeit wird laut Weiß daran gearbeitet, die Wirkkraft der Bakterien zu verbessern, ohne dass das Risiko einer gefährlichen Blutvergiftung besteht. Die Forscher prüfen aber auch weitere Optionen: Ob sich beispielsweise Giftstoffe anderer Bakterien, in Salmonellen eingepflanzt, zur Krebstherapie eignen. Oder ob man Botenstoffe des Immunsystems mit Hilfe von Salmonellen zur Stärkung der Abwehrkräfte gegen den Krebs mobilisieren kann.

Das Projekt ist auf Interesse der Deutschen Krebshilfe gestoßen, die das Team um Weiß mit 245.000 Euro fördert. „Das Tumoren von Bakterien angegriffen werden, ist schon länger bekannt“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven anlässlich der Geldzusage zu Anfang des Jahres. „Doch dieses Phänomen aktiv zu nutzen, um die Heilungschancen von Krebs-Patienten zu verbessern, wäre ein großer Fortschritt in der Behandlung von Krebs.“

Die Salmonellen-Methode könnte auch für die Krebsdiagnose genutzt werden. Etwa so: Den Salmonellen werden Gene eingepflanzt, die die Bakterien zum Leuchten bringen. So könnte relativ einfach die Lage und Größe des Tumors analysiert oder Metastasen gefunden werden.

Bis zum klinischen Einsatz kann es laut Weiß noch lange dauern: In fünf Jahren beherrsche man möglicherweise den Prozess im Tierversuch. Erst dann könnte überhaupt die klinische Erprobung beginnen, was wiederum Jahre dauern werde. Weiß geht zudem davon aus, dass diese neue mögliche Therapie künftig nur neben oder statt der Chemotherapie eingesetzt werden könnte. Ohne die chirurgische Entfernung von Tumoren werde es auch künftig nicht gehen.

Quelle: Welt-Online