Von Würzburg nach Hause

Jetzt ist unsere kleine Deutschlandtour von Würzburg nach Wesseling schon über eine Woche her, Zeit für einen kleinen Rückblick.
Erstmal wären da die harten Fakten, 350 km, 1500 hm, 22,3 km/h Schnitt, 2 große Boxenstopps, 3 kleine und einen Defekt. Aber die Tour war mehr als reines Zahlenwerk und ein kleiner Einblick soll nun folgen. Links zu den Hotels und Restaurants befinden sich am Ende des Berichts.
Los ging es mit dem Intercity ab Bonn, Michael mit neuer Frisur, ich mit neuem Rucksack (beides sinnvoll ;-)). Der Zug hatte leider etwas Verspätung, sodass wir den Anschluss in Frankfurt nicht erreicht haben. In der Folge hatten wir eine Stunde Aufenthalt in Frankfurt bis unser Zug nach Würzburg kam. Dieser war dann hoch modern, mit großem Fahrradabteil und klimatisiert, das sind wir vom VRS so gar nicht gewöhnt. Angekommen in Würzburg ging es erstmal zu unserem Hotel in der Semmelstraße. Das Cityhotel Würzburg war von der Einrichtung her nicht mehr top aktuell, war aber sauber, hatte ein gutes Bett, gutes Frühstück, freundliche Mitarbeiter und bot für die Räder eine Garage.
Natürlich mussten wir danach das von einer Freundin empfohlene Würzburger Brückenshoppen ausprobieren. Hierbei kauft man sich in der alten Mainmühle in Glas Wein und genießt dieses auf der alten Mainbrücke. Die Idee hatte bei tollem Wetter halb Würzburg und so stand die Brücke voller Weintrinker. Im Anschluss mussten wir uns für die Anstrengungen der nächsten Tage wappnen und sind daher im Ratskeller ordentlich Essen gegangen. Irgendwann wurde es dann was frisch und wir wanderten zurück zu Hotel.

Die Nacht war unruhig, die Aufregung vor der ersten Tour, welche uns auf den höchsten Berg im Spessart führen sollte, machte sich bemerkbar. Nach dem Frühstück ging es dann auch direkt los. Wieder über die alte Mainbrücke, diesmal aber ohne Wein. Das ganze fühlte sich richtig gut an, der Beginn eines Abenteuers, das Warten hatte ein Ende gefunden. Kurz hinter Würzburg aber schon die erste Ernüchterung, komoot, unsere Navigation, wollte uns auf eine Fernverkehrstraße leiten. Wir haben dann umgeplant und mussten nach einem wahnsinns Anstieg erstmal zwei Kilometer durch den Wald gehen. Insgesamt verlängerte sich die Etappe um knapp sieben Kilometer. Es sollte nicht gut weitergehen, nach neun Kilometern verkantete sich meine Kette beim schalten und zog sich hoch zu Umwerfer. Dieser ist dabei verrutscht und verbogen worden, was aber als Glück im Unglück gesehen werden kann, da sonst das Schaltwerk hätte abreißen können. Man kann sich das so Vorstellen, dass plötzlich zwei Ketten durch den Umwerfer laufen und das Schaltwerk komplett gelängt ist (eher ungünstig). Da soweit alles gut aussah ging es direkt weiter. Erst am Geiersberg stellte ich fest, dass ich nicht mehr schalten kann. Ich habe dann im Stand per Hand auf das kleine Blatt geschaltet und die acht Kilometer in Angriff genommen. Der Berg war lang, bot keine Pause, war aber nie wirklich steil, da sind die kürzeren Eifelanstiege eher eine Herausforderung. Oben angekommen dann ein Versuch einer Reparatur, da mir beim Hochschalten die Kette wieder runterflog, kann man diese als nicht erfolgreich beschreiben. Den Rest der Tour fuhr ich vorne auf dem großen Blatt. In Aschaffenburg haben wir dann einen großen Boxenstopp eingelegt. Etwas leichtes zu Essen und viel zu Trinken. Der Weg nach Frankfurt lief dann optimal, größtenteils am Main entlang. In Seligenstadt sind wir mit der Fähre rüber und habe wenige Kilometer später bei einer freundlichen Bäckerin nochmal gestoppt. Die letzten Kilometer waren dann sehr heiß, es fühlte ich an als würden wir brennen. Im Hotel wurde dann erstmal ausgiebig und kühl geduscht. Das Zimmer im Mainau Hotel war klein, aber sehr modern und sauber. Es gab ein tolles Frühstück, leider standen die Räder offen im Hof. Abends stand dann ein kleiner Rundgang an, Michael hatte ja mal ein paar Monate in Frankfurt gewohnt und es war doch schöner als ich dachte.

Nachdem wir beim Frühstück die Saftvorräte geleert haben ging es weiter nach Koblenz. Nach 40 durchwachsenen Kilometern neben der Autobahn bog die Route Richtung Rhein ab. Es war wieder sehr warm und der Wind kam leicht von vorne. In Rüdesheim mussten wir auch noch Kreuz und quer fahren, da der Radweg gesperrt war. Mit der Fähre ging es dann rüber nach Bingen, wo wir dann auch erstmal Rast gemacht haben. Zugegeben, besonders einladend sah das alte Rheingau Restaurant nicht aus, aber der Kellner war sehr freundlich und das Essen sehr gut. Hier durfte es dann auch mal der Grillteller sein. Jetzt ging es nochmal für 70km an der linken Rheinseite entlang. Der leichte Wind und die hohen Temperaturen setzen uns ein wenig zu, also gab es in St. Goar nochmal eine kleine Eispause. Weiter durch das schöne Rheintal war Koblenz dann schon früh in Sicht, laut Navi waren es aber noch 17km. Die Radwege wurden dann nochmal abenteuerlich, Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster und Schotter machen uns die letzten Kilometer schwer. Das Stück zog sich ewig, die Tour war auch irgendwann einfach lang geworden und wir wollten nur noch ins Hotel. Dann die Erlösung, das Schild „Zum schwarzen Bären“ hing über uns. Ein wirklich tolles kleines Hotel. Die Räder standen in einer Garage, es gab Werkzeug, Ersatzteile und Schmiermittel. Das Zimmer war groß, sauber und modern. Die Mitarbeiter waren sehr herzlich und das Frühstück klasse. Rührei mit Speck, Brötchen, Obst und Saft, Radlerherz was willst du mehr. Da wir mittlerweile zu träge waren um in die Stadt zu gehen, haben wir im schwarzen Bären gegessen. Eine top Entscheidung, leckeres Essen und gute Preise. Da ich Weißwein nicht mehr vertrage, ists bei mir ein Koblenzer Pils und später der ein oder andere Spritz geworden, Michael konnte sich durch die Weinkarte trinken.

Die dritte Etappe war die leichteste, ein Mini Anstieg und sonst nur nochmal 80km am Rhein entlang. Vom Gefühl her war es wie beim 24 Stunden Rennen, das schlimmste lag hinter uns, aber wir mussten trotzdem erstmal noch ins Ziel kommen. Es ging wieder durch die schöne Landschaft am Rhein, diesmal auf der rechten Seite. Ein paar mal hatten wir Sorge, dass der Radweg uns in die Weinberge leitet, aber er bog dann doch immer vorher ab. In Bad Honnef haben wir noch schnell ein Eis gegessen und uns dann bis Bonn durch die Menschenmengen navigiert. Ich kann die Tour nur jedem empfehlen, wir haben viele tolle Eindrücke gesammelt und ein starkes Training im Hinblick auf Rad am Ring absolviert. Um den Rucksack vom Anfang nochmal aufzugreifen, da hat die Firma Deuter einen tollen Job gemacht. Der Bike One, in seiner 20 Liter Version, war für die drei Tage ein guter und nicht zu lästiger Begleiter auf meinem Rücken.

Hier noch wie versprochen die Links :
Hotel Würzburg – www.cityhotel-wuerzburg.de
Essen Würzburg – www.wuerzburger-ratskeller.de
Essen Aschaffenburg – www.wurstbendel.de
Hotel Frankfurt – www.maingau.de
Essen Bingen – www.hotel-restaurant-rheingau.de
Hotel und Essen Koblenz – www.zumschwarzenbaeren.de

Turbulenter Start

Der Start über die alte Mainbrücke in Würzburg wirkte noch sehr souverän, aber schon kurz darauf kamen die ersten 3km zu Fuß, da der Weg fahren nicht zu gelassen hat. Bei km 9 dann ein schwerer Schaden an meinem Umwerfer, wobei dieser sich verbogen hat und nur noch den großen Gang zulässt. Die Berge liegen zum Glück jetzt hinter uns. Pause

Gedanken zum Sonntag

Unsere Webseite hatte früher öfter neue Inhalte, damals hatten wir uns zum Ziel gemacht, einen Beitrag pro Woche zu veröffentlichen. Wir wollten eine Plattform für neues aus der Krebsforschung sein und über Aktionen berichten. Ein hohes Ziel mit welchen wir im Monat immerhin mehrere hundert Menschen erreichen konnten. Das können andere aber deutlich besser, das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe haben hervorragende Infodienste. Auf Charity Plattformen oder in sozialen Netzwerken gibt es Informationen zur Forschung und Aktionen. Also haben wir die Ausrichtung wieder etwas geändert und nutzen die Seite als eine Art Blog übers Radfahren und Spenden sammeln. Natürlich veröffentlichen wir auch noch Berichte zum Thema Krebs welche wir persönlich besonders wertvoll finden.

Heute ist es dann mal wieder so weit und ein neuer Eintrag findet seinen Weg auf die Webseite. Wir haben gerade im Winterpokal die 45€-Marke geknackt, sprich 750 Punkte eingefahren. Wer uns dabei auf Facebook folgt wird festgestellt haben, dass wir zum ersten Mal auch einen anderen guten Zweck, außerhalb des Themas Krebs, begünstigen und zwar den Verein „wir helfen“ aus Köln. Der Verein wird durch die DuMont Gruppe unterstützt und hat zum Ziel benachteiligte Kinder und Jugendliche in Köln zu fördern. Jedes Jahr wird ein Schwerpunktthema gewählt und dann soziale Einrichtungen und Vereine nach diesem Thema gefördert. Aktuell ist dies „wir helfen – weil Kinderseelen zerbrechlich sind“. Förderziel sind Projekte welche Kinder in schwierigen Situationen psychisch und seelisch stärken sowie den Respekt vor seiner Umwelt lehren. Wöchentlich informiert der Kölner Stadtanzeiger über die Projekte. Aber warum haben wir das Thema bzw. den Verein gewählt? Wir waren uns einig, dass Krebs nicht das einzige Problem ist welchem wir tagtäglich begegnen. Erst wollten wir Gemeinschaften unterstützen welche sich mit anderen Krankheiten beschäftigen, dann etwas in Richtung Entwicklungshilfe, aber so richtig ist der Funke nicht übergesprungen. Dann haben wir nach Organisationen gesucht, welche im lokalen Raum aktiv sind, in sozialen Brennpunkten oder auch im Umweltschutz. Dabei sind wir auf dem Verein „wir helfen“ aufmerksam geworden. Die Idee gefiel, Kinder sind unsere Zukunft und wie werden diese groß, wenn ihre Kindheit von Problemen und Sorgen gezeichnet ist? Wie sieht dann unsere Zukunft aus? Wir hoffen, dass unser Beitrag dabei hilft, Kinder wieder Hoffnung zu schenken, welche diese schon lange aufgegeben haben.

Die Zeit nach Rad am Ring

Sonntag, 30.Juli 2017 kurz nach 16 Uhr, wir haben gerade zum 3. Mal bei Rad am Ring teilgenommen. Das Lager ist abgebaut, die Beine sind schwer, wir sind müde. Ich fahre mit Florian zurück, Vanessa mit Michael. Wolfgang ist schon zu Hause. Später noch ausladen, nochmal duschen und schlafen, dann ist Rad am Ring 2017 für uns beendet. Im Auto wird das Rennen nochmal analysiert, Fehler ausgemacht, was müssen wir besser machen, was war gut. Es ist die übliche Euphorie nach dem Rennen, das kennen wir schon seit 2015. Die Tage darauf sind aber eher entscheidend wie es weiter geht. 2015 war immer klar, dass wir wieder antreten werden, schließlich war das Rennen durch den Sturm nur 17 Stunden lang. Nach 2016 war das anders, erst im Januar 2017 haben wir uns doch wieder zur Teilnahme entschlossen, wodurch wir auch auf der Schotterparzelle gelandet sind. Es fehlte uns an Antrieb. Ich für meinen Teil war z. B. Nach dem Rennen 5 Monate nicht mehr auf dem Rad. Mit der Anmeldung änderte sich das wieder, aber der Anfang war schwer. Wie würde es wohl diesmal sein? Ich bin total motiviert, möchte 2018 endlich wieder mein volles Potential abrufen und mein 2015 gestecktes Ziel erreichen und unter einer Stunde bleiben. Den andern geht es ähnlich, jeder hat seinen Anspruch an sich selbst, möchte besser werden und dieses großartige Event nochmal erleben. So war es dann diesmal klar wie nie, wir sind wieder dabei. Am ersten Tag der Anmeldung haben wir uns gleich angemeldet und haben unsere Wunschparzelle an der Boxeneinfahrt bekommen. Die Vorbereitung hat längst begonnen, zum zehnjährigen Team Jubiläum wollen wir ein Feuerwerk in der Grünen Hölle abfeuern. Dazu laden wir alle Freunde des Teams ein, lasst uns gemeinsam unvergessliche Ringmomente kreieren.

Wir sehen uns am Ring. 

Trikots

Unsere neues Trikots sind jetzt schon was länger da, aber ein Bild in Aktion gab es damit noch nicht. Wird langsam mal Zeit oder? Wir holen das die nächsten Tage nach.

Als nächstes steht für uns übrigens der Rennrad-News.de Winterpokal an, welcher im November starten wird. Dieses Jahr auch wieder mit Spendenaktion.